Roboter betrachten abstrakte Kunst und bezeichnen sie als „Human Slop“

Gerade wird über die „KI-Flyer-Pandemie“ gespottet: gleiche Farben, gleiche Typo, gleiche Ästhetik, alles generisch, alles KI. Und ja, stimmt schon. Es ist aber auch etwas wohlfeil.

Schlechtes Design gab es vor den neuronalen Netzen

Menschen haben jahrzehntelang hässliche Flyer, austauschbare Logos und PowerPoints mit 14 Schriftgrößen produziert. Ganz ohne KI. Nicht jeder menschliche Kreative ist ein Mondrian, Monet oder Picasso. „Ist das Kunst oder kann das weg?“ war schließlich lange vor ChatGPT eine teilweise berechtigte, wenn auch manchmal unterkomplexe Frage.

KI hat schlechtes Design nicht erfunden, aber sie hat ihm einen Skalierungshebel gegeben.

Die interessanteren Gegensätze

Deshalb ist mir „seelenlose KI“ gegen „kreativer Mensch“ zu romantisch. Die interessanteren Grenzen verlaufen woanders (Vorsicht, das könnten jetzt typische KI-generierte Gegensätze sein):

  • Beliebig gegen eigenständig.
  • Gedankenlos gegen durchdacht.
  • Slop gegen gutes Design.

Geschmack wird zur Kompetenz

Vielleicht wird deshalb ausgerechnet im KI-Zeitalter eine sehr menschliche Fähigkeit wertvoller: Geschmack. Denn 100 Varianten generieren kann bald jeder. Zu erkennen, welche 99 davon weg können, nicht. In meinen Kursen ist das inzwischen eine eigene Übung: nicht „generiere mir etwas“, sondern „wähle aus, begründe, verwirf“. Das ist die Arbeit, die bleibt.

Dieser Beitrag ist die ausführliche Fassung meines LinkedIn-Posts. Diskussion und Ergänzungen gern dort oder über das Kontaktformular.

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