Wer eine Website mit fünf Seiten, Blog und Kontaktformular beauftragt, bekommt selten nur ein paar hübsche Unterseiten. Es geht um Struktur, Inhalte, Gestaltung, Technik und die Frage, was die Website für ein Unternehmen leisten soll. Genau deshalb können zwei Angebote für scheinbar denselben Umfang mehrere Tausend Euro auseinanderliegen.
Bei PromptPower lässt sich das gut sehen. In einer früheren Prüfung der Sitemap kamen 16 Seiten und 52 Blogbeiträge zusammen. Für einen vergleichbaren Neuaufbau mit bereits vorhandenen Texten und Bildern lag die grobe Orientierung bei etwa 6.000 bis 11.000 Euro netto. Als vernünftiger Erwartungswert erschienen 7.000 bis 10.000 Euro. Das ist eine Projektschätzung, kein allgemeingültiger Tarif. Und sie sagt noch nicht, was die Website im Laufe der Zeit wertvoll gemacht hat.

Eine Website ist mehr als die Summe ihrer Seiten
PromptPower ist nicht an einem Nachmittag als fertiges Paket entstanden. Seiten wurden ergänzt, Inhalte veröffentlicht, Themen geschärft und die Positionierung weiterentwickelt. Ein Teil der Arbeit steckt deshalb nicht in der Zahl der URLs, sondern in den Entscheidungen dahinter: Welche Themen gehören auf die Website? Welche Seite beantwortet welche Suchintention? Wie wird aus einem Blogbeitrag ein sinnvoller nächster Schritt? Und woran erkennt man, wofür die Person hinter der Website steht?
Wer den aktuellen Umfang als reinen Neuauftrag kalkuliert, muss außerdem unterscheiden: Sollen 52 Beiträge nur technisch übernommen werden? Oder sollen sie einzeln geprüft, überarbeitet, neu bebildert und intern verlinkt werden? Sind Inhalte fertig, lassen sich manche Schritte bündeln. Wenn Strategie, Texte, Bildkonzept und individuelle Gestaltung erst entwickelt werden müssen, steigt der Aufwand deutlich.
Darum ist „Was kostet eine Website?“ nur der Anfang der Frage. Für ein Angebot zählen auch die Ziele, der Zustand der Inhalte, die Zahl unterschiedlicher Seitentypen und die nötige Betreuung.
Website bauen wird zugänglicher
Mit Baukastensystemen, fertigen Themes und KI Werkzeugen können heute mehr Menschen eine brauchbare Website aufsetzen. Texte lassen sich vorbereiten, Bilder erzeugen, Layouts variieren und einfache technische Aufgaben beschleunigen. Das senkt an manchen Stellen den Aufwand. Es macht die Entscheidungen aber nicht automatisch besser.
Eine Website kann technisch funktionieren und trotzdem unklar bleiben. Sie kann gut aussehen, aber die falschen Menschen ansprechen. Sie kann viele Inhalte haben, ohne dass Besucherinnen und Besucher verstehen, worin das Angebot besteht oder was sie als Nächstes tun sollen.
Meine Hypothese für die nächsten Jahre: Es wird weiterhin Webdesignerinnen, Webdesigner und Freelancer geben, die Websites operativ umsetzen. Die Nachfrage nach Umsetzung verschwindet nicht. Aber der wirtschaftliche Wert der Arbeit wird sich stärker in Richtung Beratung verschieben. Wer mit einfachen Mitteln selbst eine Seite bauen kann, braucht weniger Hilfe beim bloßen Zusammenklicken. Schwieriger bleiben die Fragen davor und danach.
Der Wert verschiebt sich zur Strategie
Eine gute Beratung beginnt damit, das Geschäft und die Zielgruppe zu verstehen. Was soll die Website erreichen? Welche Leistungen sind wirklich relevant? Welche Erwartungen haben mögliche Kundinnen und Kunden? Welche Belege schaffen Vertrauen? Daraus entstehen Markenführung, Informationsarchitektur und eine klare Priorisierung der Inhalte.
SEO gehört früh in diese Arbeit. Es geht nicht darum, nachträglich ein paar Suchbegriffe in Überschriften zu stecken. Entscheidend ist, welche Fragen Menschen tatsächlich stellen, welche Seiten diese Fragen beantworten und wie die Themen zusammenhängen. Für PromptPower bedeutet das zum Beispiel, KI im Marketing als fachlichen Schwerpunkt erkennbar zu machen und Inhalte zu KI lernen, SEO und GEO sowie beruflicher Weiterbildung sauber einzuordnen.
Auch UX/UI ist keine Dekoration am Ende des Projekts. Nutzerführung, Lesbarkeit, mobile Darstellung, verständliche Handlungsoptionen und eine stimmige Gestaltung entscheiden mit darüber, ob eine Website Orientierung gibt. Das Design muss dabei die Marke unterstützen. Ein schönes Layout, das den Inhalt versteckt, ist kein gutes Ergebnis.
Technische Umsetzung bleibt wichtig. Ladezeit, mobile Funktion, Sicherheit, Barrierearmut und eine vernünftige Pflege müssen stimmen. Aber sie sind Teil eines größeren Systems. Eine professionell gebaute Website löst kein Positionierungsproblem von allein.
Was sich an PromptPower ablesen lässt
PromptPower zeigt zugleich, warum man die Kosten eines Neuaufbaus nicht mit dem Wert eines gewachsenen Projekts verwechseln sollte. Die Website umfasst Fachseiten, Kursinformationen und einen Blog mit vielen Beiträgen. Dahinter stehen redaktionelle Entscheidungen und eine Positionierung rund um KI im Online Marketing, Weiterbildung und Sichtbarkeit. Ein Freelancer könnte die vorhandenen Inhalte technisch übertragen. Die fachliche Auswahl, die Priorisierung und die Verbindung der Inhalte sind eine weitere Leistung.
Das gilt auch für die Weiterentwicklung: Ein neuer Beitrag soll nicht einfach nur online gehen. Er braucht einen passenden Platz in der Themenstruktur, einen nachvollziehbaren Bezug zu bestehenden Inhalten und eine klare Aufgabe für die Leserschaft. Ein möglicher Bezug zu meinem Beitrag über kritisches Denken und KI in der Arbeitswelt ist zum Beispiel inhaltlich sinnvoll, wenn es um Urteilskraft und den Umgang mit KI bei der Websitearbeit geht.
Die Website ist damit nicht bloß ein technisches Produkt. Sie ist ein laufendes Kommunikationsmittel. Ihre Qualität hängt auch davon ab, ob Inhalte, Marke, Suchintention und Nutzerführung zusammenpassen.
Worauf es bei einem Freelancer-Angebot ankommt
Wer Angebote vergleicht, sollte den Leistungsumfang konkret machen. Werden Texte und Bilder nur eingepflegt oder auch entwickelt? Wie viele Seitentypen entstehen? Sind Blogvorlage, Kontaktformular, mobile Optimierung und technische SEO Grundlagen enthalten? Werden bestehende Beiträge übernommen, geprüft oder redaktionell überarbeitet? Gibt es eine Einführung und eine Vereinbarung zur Wartung?
Mögliche Kostenblöcke für einen vergleichbaren Neuaufbau
Die folgende Tabelle ordnet typische Arbeitspakete für ein Projekt in der Größenordnung von PromptPower ein. Gemeint ist eine Website mit rund 16 Seiten, Blog, Kontaktformular und der Übernahme vorhandener Inhalte. Die Beträge sind grobe Nettospannen, keine verbindliche Preisliste.
| Arbeitspaket | Grobe Kosten netto | Was typischerweise enthalten ist |
|---|---|---|
| Konzept und Seitenstruktur | 600 bis 1.200 € | Ziele, Zielgruppen, Sitemap und Zuordnung der Inhalte |
| Gestaltung, Markenbild und UX/UI | 1.000 bis 1.800 € | Gestaltungssystem und wiederverwendbare Seitentemplates |
| WordPress Einrichtung und technische Basis | 700 bis 1.200 € | Theme oder Builder, Grundeinstellungen und zentrale Funktionen |
| Rund 16 Seiten umsetzen | 1.500 bis 2.800 € | Vorhandene Inhalte einpflegen, formatieren und mobil prüfen |
| Blog, Kontaktformular, SEO-Grundlagen und Übergabe | 700 bis 1.400 € | Blogvorlage, Formular, technische Grundeinstellungen und Einführung |
| Rund 52 vorhandene Beiträge übernehmen | 1.000 bis 2.600 € | Import oder manuelle Übernahme, abhängig von Formatierung und Prüfung |
| Grobe Gesamtorientierung | rund 5.500 bis 11.000 € | Bei fertigen Texten und Bildern, ohne umfangreiche Neutextung |
Die Einzelspannen lassen sich nicht immer einfach addieren. Freelancer bündeln Einrichtung, Gestaltung und Seitenumsetzung oft in Paketpreisen. Auch die Übernahme von 52 Beiträgen kann automatisiert oder weitgehend manuell erfolgen. Der Aufwand hängt davon ab, ob Bilder, Formatierungen und interne Links kontrolliert werden müssen. Rechtstexte zu erstellen ist in dieser Kalkulation nicht enthalten. Berücksichtigt ist nur ihre technische Einbindung, falls sie vorliegen.
Für einen Umfang wie den in der früheren PromptPower-Sitemap erfassten erschien eine Größenordnung von 6.000 bis 11.000 Euro netto plausibel, wenn Inhalte vorhanden sind. Wer zusätzlich Positionierung, SEO Strategie, Texte, individuelle Gestaltung oder die redaktionelle Überarbeitung vieler Beiträge beauftragt, muss mit mehr rechnen. Ein Angebot deutlich darunter kann passen, wenn vieles standardisiert ist und die Inhalte fertig angeliefert werden. Ein deutlich höherer Preis sollte durch zusätzliche Konzeption und Arbeit nachvollziehbar sein.
Webdesign bleibt, die Aufgabe wird größer
Ich erwarte nicht, dass Webdesigner verschwinden. Ich vermute, dass sich ihre Rolle erweitert. Wer nur Seiten technisch zusammensetzt, gerät stärker unter Preisdruck, wenn Kundinnen und Kunden diese Arbeit mit Themes, Baukästen und KI teilweise selbst erledigen können. Wer dagegen Marke, SEO, UX/UI und technische Umsetzung zusammenbringt, löst ein größeres Problem.
Für Auftraggeber heißt das: Nicht nur fragen, was die Website kostet. Auch klären, welche Entscheidungen, Leistungen und Ergebnisse im Preis enthalten sind. Die Seite selbst ist sichtbar. Die Arbeit, die sie verständlich, auffindbar und nützlich macht, entscheidet oft darüber, ob sie ihren Zweck erfüllt.