Google Maps beantwortet längst nicht mehr nur die Frage „Wo ist das?“, sondern zunehmend „Wo soll ich hin, was passt zu mir und wie komme ich dorthin?“. AI Overviews und der AI Mode beantworten Recherchefragen direkt in der Suche. Die neuen Reisefunktionen gehen noch weiter: Flüge vergleichen, Preise beobachten, Bonuspunkte einrechnen, Hotels auswählen und teilweise direkt buchen. Im Handel zeigt sich dieselbe Richtung: Produktsuche, Beratung, Angebote und perspektivisch der Checkout finden in Googles KI-Oberflächen statt.
Getroffen wird die Schicht dazwischen
Das trifft nicht in erster Linie Hotels, Händler oder Restaurants. Es trifft die Schicht zwischen Angebot und Nachfrage: Vergleichsportale, Affiliate- und Ratgeberseiten, Reisebüros, lokale Verzeichnisse und auch Teile der operativen Agenturarbeit. Google ersetzt dabei selten das Angebot selbst. Es beansprucht zunehmend den Moment, in dem Menschen auswählen, vergleichen und kaufen.
Ich habe die aktuellen Google-KI-Integrationen einmal nebeneinandergelegt: Was übernimmt Google jeweils, welche Geschäftsmodelle sind besonders betroffen und wie hoch schätze ich den Disruptionsgrad ein.
| Google-KI-Integration | Was Google übernimmt | Besonders betroffene Geschäftsmodelle | Disruptionsgrad |
|---|---|---|---|
| AI Overviews und AI Mode in Search | Recherche, Zusammenfassung, Produkt- und Problemlösung direkt in der Suche | SEO-Publisher, Ratgeberseiten, Affiliate-Content, Vergleichsportale | Sehr hoch |
| AI Mode: Reiseplanung, Preisalarm, Hotelbuchung | Reise-Research, Flug- und Hotelvergleich, Loyalty-Punkte-Vergleich, Buchungsabschluss | Reisebüros, OTAs wie Booking und Expedia, Metasuchen, Travel-Affiliates | Sehr hoch |
| Google Shopping mit agentischem Checkout | Produktsuche, Beratung, Angebotsauswahl und Kauf direkt in Google | Marktplätze, Preisvergleicher, Affiliate-Shoppingseiten, Teile des Shop-Funnels | Sehr hoch |
| Business Agent in Search | Markenberatung durch KI direkt in der Suchoberfläche | Shop-Chat-Anbieter, einfache Sales-Chatbots, Teile des stationären Beratungsverkaufs | Hoch |
| Google Maps mit Gemini („Ask Maps“) | Lokale Empfehlungen, Routen, Ausflugs- und Restaurantplanung im Dialog | Yelp-ähnliche Verzeichnisse, lokale Stadtführer, Empfehlungs-Apps, lokale Contentseiten | Hoch |
| Gemini in Google Ads, Analytics und Merchant Center | Kampagnen-, Analyse- und Optimierungsarbeit per KI-Agent | Operative SEA-Agenturleistungen, Reporting-Tools, Junior-Performance-Rollen | Hoch, aber nicht vollständig |
| Gemini in Gmail, Docs, Meet und Workspace | E-Mails formulieren, Meetings zusammenfassen, recherchieren, Präsentationen und Tabellen vorbereiten | Assistenzleistungen, Transkription, einfache Übersetzungs- und Bürosoftware, Teile des BPO | Mittel bis hoch |
| NotebookLM | Quellenbasierte Recherche, Lernmaterial, Audio- und Video-Zusammenfassungen, Q&A | Nachhilfe- und Lernplattformen, einfache Research-Services, Teile der Wissensmanagement-Software | Mittel bis hoch |
| Asset Studio, Bild- und Video-KI, Produktvisualisierung | Varianten von Ads, Visuals und Assets produzieren | Produktionsagenturen, Stock-Anbieter, einfache Design- und Bildbearbeitungsleistungen | Mittel bis hoch |
| YouTube-KI für Dubbing, Übersetzung und Creator-Matching | Lokalisierung, Creator-Auswahl, teils Produktion | Synchronstudios, Übersetzungsdienstleister, Influencer-Agenturen | Mittel |
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Was Unternehmen jetzt intern können müssen
Wenn Google mehr von der Entscheidungslogik übernimmt, reicht es nicht, nur Kampagnen oder Tools anzupassen. Unternehmen müssen selbst verstehen, wie sich Sichtbarkeit, Beratung und Kaufentscheidungen verändern. Und dafür braucht es nicht zwingend „die eine KI-Person“ von außen. Die eigenen Mitarbeitenden kennen Produkte, Kunden, Prozesse und die Besonderheiten der Marke bereits. Dieses Kontextwissen lässt sich nicht einfach einkaufen.
Weil sich diese Mechaniken weiter verschieben werden, ist das auch keine einmalige Skill-Lücke, die man mit einem Workshop schließt. Weiterbildung wird zu einer dauerhaften Fähigkeit des Teams.
Förderung, die kaum jemand kennt
Genau solche Weiterbildungen von Beschäftigten, zum Beispiel meine Kurse bei MOD education, können über das Qualifizierungschancengesetz (QCG) gefördert werden: je nach Unternehmensgröße mit bis zu 100 Prozent der Weiterbildungskosten und bis zu 75 Prozent des Arbeitsentgelts. Viele Unternehmen wissen schlicht nicht, dass diese Möglichkeit überhaupt besteht.
Ist meine Marke noch sichtbar, wenn Google Empfehlung und Checkout übernimmt?
Das ist die Frage, die am Ende für jedes Team bleibt. Ein aktuelles Beispiel dafür, wie weit die Reiseplanung im AI Mode schon geht, findet sich in diesem Beitrag.
Dieser Beitrag ist die ausführliche Fassung meines LinkedIn-Posts. Diskussion und Ergänzungen gern dort oder über das Kontaktformular.
Den größeren Zusammenhang dazu gibt KI im Marketing.