Vor Kurzem hatte ich auf 15 Jahre Schema.org hingewiesen. Jetzt will ich eine Entwicklung einordnen, die ich langfristig für deutlich relevanter halte: WebMCP, das Web Model Context Protocol.

Die Grundidee
Websites beschreiben ihre Funktionen künftig nicht nur für Menschen, sondern auch für KI-Agenten maschinenlesbar. So wie Schema.org Suchmaschinen geholfen hat, Inhalte besser einzuordnen, soll WebMCP KI-Agenten dabei unterstützen, Funktionen einer Website zuverlässig zu nutzen.
Das könnte bedeuten, dass ein Agent nicht mehr selbst herausfinden muss, welches Formular für eine Produktsuche zuständig ist, welcher Button eine Bestellung auslöst oder welche Eingaben erforderlich sind. Er erhält diese Informationen direkt von der Website.
Alte Tugenden, neue Relevanz
Interessant ist, dass viele der empfohlenen Maßnahmen keineswegs neu sind:
- sauberes semantisches HTML
- gute Accessibility
- klar strukturierte Formulare
- eindeutige technische Auszeichnung von Funktionen
Mit anderen Worten: Viele bewährte Grundlagen guter Webentwicklung gewinnen erneut an Bedeutung. Wer seine Website barrierefrei und sauber gebaut hat, ist auf das agentische Web besser vorbereitet als jeder, der nur für Chrome und Menschen optimiert hat.
Eine zusätzliche SEO-Frage
Für SEO stellt sich damit perspektivisch nicht nur die Frage „Wie wird meine Website gefunden?“, sondern auch „Wie gut kann sie von KI-Agenten genutzt werden?“. Noch ist offen, ob sich WebMCP als Standard durchsetzt. Die Richtung erscheint jedoch plausibel: Wenn KI-Agenten künftig häufiger Aufgaben direkt im Browser ausführen, werden strukturierte und maschinenlesbare Schnittstellen wichtiger.
Schema.org hat das Web für Suchmaschinen verständlicher gemacht. WebMCP könnte das Web für KI-Agenten nutzbarer machen.
Dieser Beitrag ist die ausführliche Fassung meines LinkedIn-Posts. Diskussion und Ergänzungen gern dort oder über das Kontaktformular.
Agentic AI ist die achte Stufe im Lernpfad auf KI lernen, die Marketing-Perspektive steht auf KI im Marketing.