Der KI-Campus-Kurs „Identifikation geeigneter KI-Anwendungsfälle“ stand eigentlich schon im August auf meinem Plan, im Rahmen meiner Challenge, jeden Monat einen KI-Kurs zu absolvieren. Dann kam mir das Google AI Professional Certificate dazwischen, und der Kurs rutschte in den September. Die Voraussetzungen für die Bescheinigung hatte ich Mitte August erreicht, abgeschlossen habe ich ihn dann tatsächlich erst Ende September, mit insgesamt rund 15 Stunden Lernzeit.

Von meinen Kursteilnehmenden erwarte ich kontinuierliche Weiterbildung, also muss ich selbst liefern. Diesmal ging es nicht um ein weiteres Tool oder einen neuen Prompting-Trick, sondern um eine Methode: Wie findet man als Unternehmen überhaupt passende Einsatzmöglichkeiten für KI, bevor man irgendwo Budget hineinsteckt?

Cover-Grafik: KI-Kurse im Praxistest, Identifikation geeigneter Anwendungsfälle mit KI vom KI-Campus

Was der Kurs vermittelt

Der Kurs, angeboten vom KI-Campus, vermittelt eine strukturierte Methode, um Prozesse und Herausforderungen im Unternehmen zu analysieren, Potenziale und Risiken gegeneinander abzuwägen und ethische, rechtliche sowie technische Aspekte einzubeziehen. Das ist genau der Blickwinkel, der in vielen KI-Diskussionen fehlt: nicht „Was kann das Tool?“, sondern „Wo im Unternehmen bringt es tatsächlich etwas?“

Am Ende kann ich damit Fähigkeiten und Risiken von KI beurteilen, Geschäftspotenziale methodisch identifizieren und Anwendungsfälle im Kontext einer Organisation systematisch bewerten.

Was mich am Lernformat gestört hat

Weniger überzeugt hat mich das Lernformat. Fragen mitten im Video und viele Lückentextaufgaben haben meinen Lernfluss regelmäßig unterbrochen. Inhaltlich saß das meiste, didaktisch hätte ich mir weniger Fragmentierung gewünscht.

Für wen sich der Kurs lohnt

Ich empfehle den Kurs allen, die KI in Unternehmen einsetzen oder den Einsatz begleiten: interne Multiplikator:innen, externe Berater:innen, Projektmanagement. Auch wer sich grundsätzlich mit Prozessoptimierung und Automatisierung beschäftigt, findet hier brauchbares Handwerkszeug, unabhängig vom KI-Bezug.

Mein Fazit

KI ist nicht überall automatisch sinnvoll. Ihr Nutzen muss im jeweiligen Unternehmenskontext geprüft werden. Diese Prüfung nimmt einem der Kurs nicht ab, er liefert aber ein brauchbares Gerüst dafür. Das deckt sich mit dem, was mir im August beim Google-Zertifikat schon aufgefallen ist: Eine technisch beeindruckende Lösung ohne klaren Nutzen bleibt eine teure Spielerei.

Leistungsnachweis des KI-Campus für den Kurs Identifikation geeigneter KI-Anwendungsfälle, ausgestellt auf Alexander Posselt
Das Ausstellungsdatum zeigt den Tag, an dem ich die Voraussetzungen erfüllt hatte. Den Leistungsnachweis erhält, wer in der Summe aller benoteten Aufgaben mindestens 60% der Höchstpunktzahl erreicht hat. Abgeschlossen habe ich den Kurs allerdings erst Ende September.

Wie es im Oktober weitergeht

Einen festen Plan für Oktober habe ich noch nicht. Am liebsten würde ich mit Coding und Automatisierungstools wie Make oder Zapier weitermachen. Genauso reizen mich aber Themen wie Teampraktiken für sozialverantwortliche KI-Gestaltung.

Quelle: KI-Campus, Identifikation geeigneter Anwendungsfälle mit KI

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