Titelbild der PromptPower-Serie Kurs. Praxis. Profil. mit Yana Molina im Interview
Yana Molina im Interview, Folge 9 der Serie Kurs. Praxis. Profil.

In meiner Reihe „Kurs. Praxis. Profil.“ frage ich Menschen, die eine KI-Weiterbildung gemacht haben, wie es bei ihnen weitergegangen ist: was geholfen hat, was nicht und was sie anderen raten würden. Alle bekommen vier Fragen. Alle bisherigen Gespräche findest du in der Übersicht der Reihe.

In Folge 9 ist Yana Molina zu Gast. Von April bis Juli 2026 war sie in mehreren Kursen von MOD education, unter anderem in meinem KI-Kurs. Seit September 2026 ist sie Director Sales & Marketing bei ELMA, dem Elternmagazin für die Metropolregion Nürnberg. Mir ist aus ihrer Abschlusspräsentation vor allem in Erinnerung geblieben, wie sie Kursmaterial in Gemini Notebook (früher NotebookLM) zur Gegenprüfung genutzt hat. In ihren Antworten geht es darum, wie man KI im Vertrieb und Marketing gezielt einsetzt, ohne ihr blind zu vertrauen.

Wie hat sich dein Umgang mit KI durch die Weiterbildung verändert?

Vor dem Kurs habe ich KI so genutzt wie viele in meinem Umfeld: hier und da als Rechtschreibkontrolle, um E-Mails zu überarbeiten oder mal ein lustiges Bild zu erstellen. Im beruflichen Kontext hatte ich Hemmungen, KI zu nutzen, weil mir die Ergebnisse oft zu generisch waren und ich keine klare Aussage zu Datenschutz und Datensicherheit hatte. Ich hatte mich nur mit ChatGPT beschäftigt und ohne wirkliches Wissen kurze, ungenaue Fragen und Angaben eingegeben.

Durch den Kurs habe ich zunächst ein Verständnis für die Grundlagen entwickelt. Ich habe verstanden, wie die KI-Tools arbeiten und wie man sie nutzen muss, um wirklich aussagekräftige Antworten zu erhalten.

Besonders die Wahrscheinlichkeit* einer Antwort ist seitdem immer Teil meiner Nutzung. Liegt die Korrektheit nicht nahe 100 Prozent, klingeln die Alarmglocken. Generell nutze ich jetzt mehrere LLMs und prüfe sie gegeneinander.

(* Anmerkung von Alexander: Im Kurs habe ich den Teilnehmenden Tipps für Guardrails und persönliche Einstellungen mitgegeben, zum Beispiel die feste Anweisung „Gib immer die Wahrscheinlichkeit für die Korrektheit deiner Antwort an.“ Wichtig dabei: Die Zahl ist eine Selbsteinschätzung des Modells, keine Messung. Sie macht Unsicherheit sichtbar, ersetzt aber nicht die eigene Prüfung.)

Dazu setze ich mich aber auch damit auseinander, welche Nutzung wirklich notwendig ist, welche Ressourcen sie braucht und ob man wirklich jeden Trend und jede Spielerei mitmachen muss.

Wie setzt du KI heute in deinem Berufsalltag ein?

Ich habe mir einen Vertriebs- und einen Marketingagenten erstellt, mit einer voreingestellten Tonalität, mitdenkend und sich selbst kritisch hinterfragend. So erstelle ich individuelle Angebote und Anschreiben. Ich habe eine Newsletter-Strategie entwickelt und kann auf alle Informationen schnell zugreifen. Hier nutze ich immer noch ChatGPT am häufigsten.

Durch den Agenten kann ich Angebote innerhalb weniger Minuten erstellen. Auch die Preisfindung wird dadurch wesentlich einfacher: Vorab definierte Rabatte werden berücksichtigt, und digitale Verlängerungen zum Print schlägt er direkt mit vor. Außerdem kann ich Kundenwunsch und Kundenprofil nutzen, ohne Kundendaten anzugeben. So gehe ich im Angebot gezielt auf das jeweilige Produkt und die Bedürfnisse der Kundschaft ein, was auch für eine gute Customer Experience sorgt.

Meine Unternehmenspräsentation und die Gesprächsleitfäden für Telefonate habe ich außerdem in Gemini Notebook hinterlegt, um direkt im Gespräch schnell Antworten zu bekommen.

Wie setzt du KI verantwortungsvoll ein?

Meine Regel: Es wird nichts einfach per Copy and Paste verwendet, was ich nicht vollständig gelesen habe. Außerdem achte ich darauf, mich selbst herauszufordern. Meine eigene Denkleistung soll besser, feiner, emotionaler und menschlicher sein als die der KI.

In den Voreinstellungen habe ich alle KI-typischen Floskeln, Emojis, langen Gedankenstriche und Kurzsätze ausgeschlossen.

Und mit Daten muss immer verantwortungsbewusst umgegangen werden. Manchmal ist der einfache und schnelle Weg gesetzlich nicht erlaubt. Darin sollten alle geschult werden, die KI beruflich nutzen.

Was empfiehlst du anderen, die KI in ihren Arbeitsalltag holen wollen?

Ich würde allen eine Weiterbildung empfehlen. Wir werden alle immer mehr mit KI konfrontiert, auch wenn man KI selbst nicht aktiv nutzt.

Allen, die KI blauäugig benutzen, sage ich: KI berät dich als angeklagte Person, aber im selben Fall genauso die klagende Seite. Das sollte allen bewusst sein. Ich rate allen, sich die Wahrscheinlichkeit der Korrektheit mit anzeigen zu lassen und KI nicht als Freund zu sehen. Es ist das Schlauste und Dümmste, was du je nutzen wirst. Wer falsch fragt, bekommt eindeutig eine falsche Antwort. Du musst wissen, was du von der KI willst.

Ich selbst möchte hier anknüpfen und mich weiterbilden.

Yanas Tipp: Erst lesen, dann übernehmen

Übernimm nichts per Copy and Paste, was du nicht vollständig gelesen hast. Dazu kommen zwei Regeln, die Yana sich gesetzt hat:

  • In den persönlichen Einstellungen festlegen, wie die KI antworten soll: mit einer Einschätzung, wie sicher die Antwort ist, und ohne Floskeln, Emojis und lange Gedankenstriche.
  • Wichtige Antworten mit einem zweiten Modell gegenprüfen und KI nie als Freund behandeln.

Überblick zu KI-Kompetenz und Weiterbildung: Was eine KI-Schulung abdecken muss

Was ich aus dem Gespräch mitnehme

Yanas Bild von der KI, die im selben Fall die angeklagte und die klagende Seite berät, bringt es auf den Punkt. Ein Sprachmodell hat keine Seite, es liefert der Seite, die fragt, die passende Argumentation. Wer das verinnerlicht hat, liest KI-Antworten anders.

Stark finde ich auch ihre Regel, nichts ungelesen zu übernehmen, und dass sie typische KI-Muster gleich in den Voreinstellungen abgestellt hat. Das spart Nacharbeit bei jedem einzelnen Text.

Beim Gegenprüfen mit mehreren Modellen würde ich eine Sache ergänzen: Widersprechen sich die Modelle, ist das ein gutes Warnsignal. Stimmen sie überein, ist das aber noch kein Beleg, wie Sven Preuß in Folge 7 gesagt hat. Für Fakten braucht es am Ende eine echte Quelle. Danke, Yana, für deine offenen Antworten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor dem Kurs nutzte Yana KI für Rechtschreibung und E-Mails, heute arbeitet sie mit eigenen Agenten für Vertrieb und Marketing und erstellt Angebote in wenigen Minuten.
  • Unternehmenspräsentation und Gesprächsleitfäden liegen in Gemini Notebook, damit sie im Telefonat schnell Antworten findet.
  • Nichts wird ungelesen übernommen. KI-Floskeln, Emojis und lange Gedankenstriche sind per Voreinstellung ausgeschlossen.
  • Beim Datenschutz gilt: Einfach und schnell ist nicht immer erlaubt. Wer KI beruflich nutzt, sollte geschult werden.
  • KI ist kein Freund. Sie berät beide Seiten, und wer falsch fragt, bekommt eine falsche Antwort.

Wer ist Yana Molina?

Yana Molina, Director Sales & Marketing bei ELMA, dem Elternmagazin für die Metropolregion Nürnberg

Yana Molina ist seit September 2026 Director Sales & Marketing bei ELMA, dem Elternmagazin für die Metropolregion Nürnberg, und lebt in Hilpoltstein. Nach einer Ausbildung in der Fotografie studierte sie Betriebswirtschaft an der Hochschule Ansbach. Seitdem arbeitet sie im Marketing, unter anderem als Brand Manager bei Hama und als Marketingmanagerin bei suntex. Von April bis Juli 2026 bildete sie sich bei MOD education weiter, unter anderem im KI-Kurs. Ihr Leitsatz: „Your profession isn’t set, it evolves.“

Ihr LinkedIn-Profil: Yana Molina auf LinkedIn

Kurs. Praxis. Profil.

Menschen, die eine KI-Weiterbildung gemacht haben, erzählen, was daraus geworden ist, ob in einem meiner Kurse oder bei einem anderen Anbieter. Alle Gespräche der Reihe im Überblick

Du hast selbst eine KI-Weiterbildung gemacht, bei mir oder bei einem anderen Anbieter, und willst erzählen, wie es danach weitergegangen ist? Schreib mir, ich schicke dir die vier Fragen. Wer meine eigenen Kurse kennenlernen möchte, findet sie unter Meine Kurse.