Dozentencheck: Woran du erkennst, ob KI-Dozent:innen Ahnung haben

Ob KI-Dozent:innen ihr Fach beherrschen, erkennst du vor der Buchung an drei Dingen: an nachprüfbarer Berufspraxis im Fachgebiet, an eigener sichtbarer Arbeit mit KI und daran, wie offen sie über Grenzen und Fehler sprechen. Titel, Zertifikate und die Zahl der LinkedIn-Follower sagen dazu wenig.

Ich bin selbst KI-Trainer und Dozent für Online-Marketing bei MOD education. Die folgenden sieben Punkte sind also auch die Liste, an der du mich messen kannst. Zu jedem Punkt steht, wie du ihn von außen prüfst und welche Frage du im Beratungsgespräch stellen kannst.

Fachwissen: Was hinter der Person steckt

1. Berufspraxis im Fach, nicht erst seit ChatGPT

In einer guten Weiterbildung lernst du KI nicht als Selbstzweck, sondern für deinen Beruf, etwa für Marketing, Personalarbeit, Vertrieb oder Softwareentwicklung. Wer in diesem Fach nie selbst Verantwortung getragen hat, kann Werkzeuge vorführen. Ob ein Ergebnis im Berufsalltag taugt, kann diese Person aber nicht beurteilen.

So prüfst du es: Sieh dir den Lebenslauf auf LinkedIn an und frag dich, was die Person vor 2023 gemacht hat. Steht dort eine nachvollziehbare Laufbahn im Fach, oder beginnt alles mit „KI-Experte“? Meine eigenen Stationen, 24 Jahre im E-Commerce, davon 13 Jahre in der Abteilungsleitung im Marketing bei myToys, stehen auf Über mich.

Vorsicht bei Angaben wie „zehn Jahre KI-Erfahrung“. Für die meisten Berufstätigen ist KI erst seit ChatGPT im November 2022 ein Werkzeug im Arbeitsalltag. Länger dabei sind vor allem Leute aus der Forschung oder aus Unternehmen, die schon vorher eigene KI-Anwendungen eingesetzt haben. Frag in solchen Fällen nach, in welchem Projekt diese Erfahrung entstanden ist.

2. Eigene Arbeit mit KI, die du ansehen kannst

Wer KI unterrichtet, sollte sie täglich benutzen. Das hinterlässt Spuren: Beiträge mit eigenen Tests, gebaute Workflows, Projekte, Arbeitsproben. Wer KI nur aus Präsentationen und LinkedIn kennt, kann so etwas nicht vorweisen.

Genauso zählt, wie nah der Unterricht an der Praxis der Teilnehmenden ist. In den Live Sessions und den wöchentlichen Group Sessions meines Kurses landen die Fragen aus dem Arbeitsalltag der Teilnehmenden direkt bei mir. Dort setzen wir gemeinsam kleine, aber praxisrelevante KI-Workflows und Projekte um. Mit vorbereiteten Folien allein kommt man da nicht weit.

So prüfst du es: Such nach Veröffentlichungen der Person. Zeigt sie eigene Ergebnisse, auch misslungene, oder teilt sie nur Neuigkeiten anderer? Frag im Beratungsgespräch: „Woran hast du zuletzt selbst mit KI gearbeitet?“ Die Antwort sollte ohne langes Überlegen kommen.

Haltung: Wie aktuell und ehrlich sie arbeitet

3. Aktualität des Kurses

Modelle, Preise und Funktionen ändern sich im Monatstakt. Ein Lehrplan, der seit einem Jahr unverändert ist, erklärt Werkzeuge, die es so nicht mehr gibt.

So prüfst du es: Frag, wann der Lehrplan zuletzt geändert wurde und was dabei herausgeflogen ist. Die zweite Hälfte der Frage ist die wichtigere. Wer nur ergänzt und nie streicht, pflegt eine Foliensammlung.

Wie das konkret aussieht, kann ich am KI-Kurs bei MOD education zeigen. Als er Mitte 2025 startete, lag der Schwerpunkt auf ChatGPT und hatte u.a. ein ganzes Kapitel zu KI-Browsern. Heute haben wir z.B. eine zusätzliche Update-Session: Dort gehen wir jeden Monat die wichtigsten Neuerungen durch und bewerten sie, und was wir für wichtig halten, wandert in den Kurs.
Im August und September 2026 hat unser KI- und SEO-Team außerdem alle Kursmaterialien komplett überarbeitet, auch in den Kursen zu Social Media, Performance Marketing, SEO, UX/UI und Webdesign. Den Teilnehmenden zeigen wir offen, was hinzukommt und was wegfällt. Mit Gemini Notebooks können sie die Aktualität unserer Inhalte auch selbst prüfen. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Einen Kurs so aktuell zu halten, ist jeden Tag harte Arbeit.

4. Offenheit über Grenzen und Fehler

Sprachmodelle erfinden Fakten und klingen dabei überzeugend. Gute Dozent:innen zeigen das im Unterricht, statt nur gelungene Demos vorzuführen.

Das gilt auch für sie selbst. Niemand überblickt dieses Feld vollständig, und niemand hat auf jede Frage sofort eine Antwort. Wer das zugibt und die Antwort am nächsten Tag nachliefert, ist glaubwürdiger als jemand, der immer etwas parat hat.

Genauso wichtig ist der Umgang mit den Fehlern der Teilnehmenden. Werden in Übungen nur Fehler angestrichen, oder zeigen die Dozierenden Wege zu einer besseren Lösung? Aus einem schwachen Prompt lernst du erst etwas, wenn du siehst, wie ein besserer aussieht und warum er besser ist.

So prüfst du es: Achte in Infoveranstaltungen, Videos und Beiträgen darauf, ob Fehlschläge vorkommen. Wer ausschließlich Erfolge zeigt, verkauft. Frag im Beratungsgespräch, wie das Feedback zu Übungen aussieht. Wie Teilnehmende mein Feedback erlebt haben, steht in ihren Stimmen auf Meine Kurse. Was eine Schulung zur Prüfung von KI-Ergebnissen leisten sollte, steht im Inhaltscheck.

5. Die Person lernt selbst weiter

In einem Feld, das sich so schnell bewegt, veraltet auch das Wissen der Lehrenden. Aktuelle Weiterbildungen sind deshalb ein brauchbares Indiz. Ein Beweis sind sie nicht: Ein Zertifikat belegt die Teilnahme, selten das Können.

So prüfst du es: Sieh nach, ob die Person in den letzten zwölf Monaten selbst etwas gelernt hat und ob sie darüber mehr sagt als „bestanden“. Frag: „Was hast du zuletzt selbst gelernt, und was hat sich dadurch in deinem Unterricht geändert?“

Ich absolviere fast jeden Monat einen KI-Kurs, auch als persönliche Challenge. Das Zertifikat ist dabei Nebensache. Mich interessiert vor allem, wie andere unterrichten und welche Kursformate funktionieren. Außerdem zwinge ich mich so, auch Themen anzusehen, die ich sonst aufschieben würde. Die Zertifikate stehen auf Über mich, meine Urteile zu den Kursen in der Reihe KI-Kurse im Praxistest.

Unterricht: Wer dir was erklärt

6. Erklären können

Fachwissen und Lehren sind zwei Fähigkeiten. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) nennt in seiner Checkliste „Qualität beruflicher Weiterbildung“ die fachliche und die erwachsenenpädagogische Qualifikation der Lehrkräfte als eine der wesentlichen Voraussetzungen für den Erfolg einer Maßnahme.

So prüfst du es: Bitte um eine Probestunde, einen Mitschnitt oder eine Infoveranstaltung mit der Person, die tatsächlich unterrichtet. Stell eine Anfängerfrage. Bekommst du eine verständliche Antwort oder nur Fachbegriffe? Frag außerdem, ob du mit jemandem sprechen kannst, der den Kurs abgeschlossen hat.

Eine Grundlage bringe ich aus meiner Zeit bei myToys mit. Dort gab es jedes Jahr drei bis fünf Auszubildende im kaufmännischen Bereich, von denen ich einen Teil in fachlicher Leitungsfunktion und später als Abteilungsleiter betreut habe. Einen Ausbilderschein habe ich nicht, wohl aber diese Praxis. Ob ich erklären kann, beurteilen trotzdem besser die, die bei mir gelernt haben. In der Interviewreihe Kurs. Praxis. Profil. erzählen Absolvent:innen, was ihnen die Weiterbildung gebracht hat. Bewertungen zu den Kursen von MOD education insgesamt findest du auf Trustpilot.

7. Wer steht wirklich im Unterricht?

Auf der Kursseite steht oft ein bekannter Name, im Unterricht jemand anderes. Manche Anbieter setzen außerdem stark auf Aufzeichnungen. In der geförderten Weiterbildung ist das enger geregelt. Dort zählt nur Live-Unterricht mit direkter Interaktion als sogenannter asynchroner Unterricht.

In meinen KI-Kursen unterrichte ich selbst. Ich bin für den Unterricht verantwortlich und für die Teilnehmenden direkt erreichbar, zum Beispiel über 1:1-Termine, die sie jederzeit bei mir buchen können.

So prüfst du es: Frag den Anbieter schriftlich, wer deinen Kurs unterrichtet, wie hoch der Live-Anteil ist und wie groß die Gruppe wird.

Vor der Buchung

Stell die Fragen aus den sieben Punkten möglichst schriftlich. Natürlich gibt es da nie die 100% richtigen und kompletten Antworten. Aber weicht ein Anbieter mehreren Fragen aus, würde ich weitersuchen. Woran du den Anbieter selbst prüfst, steht auf der Seite Weiterbildungsanbieter prüfen.

Stand und mehr zum Thema

Stand: 15. Oktober 2026. Die Kurse, die ich unterrichte, findest du unter Meine Kurse. Wer erst allein anfangen will, findet auf KI lernen einen Lernpfad für das Selbststudium.